Helmuth Mahrer
* 11.01.1934 in Allschwil – † 28.10.1995 in Arlesheim
Sohn des Friedrich Mahrer (Krankenpfleger, Masseur) und der Margarete, geborene Holtmann. Heirat 1958 mit Esther Baur. Vier Söhne.
Nach Abschluss seiner Schulzeit absolvierte Helmuth Mahrer eine Lehre als Eisenbetonzeichner. 1955 begann er eine Zweitausbildung an der Grafikfachklasse der Gewerbeschule in Basel bei Armin Hoffmann, Walter Bodmer, Fritz Rieser, Theo Ebli und Andreas Hiss, die er 1959 abschloss. Bereits 1958 begann er vor allem als freischaffender Kunstmaler zu arbeiten. In seinem Werk setzte sich Mahrer intensiv sowohl mit Menschen und ihren Schicksalen und Abgründen auseinander, als auch mit Pflanzen, Spiegelungen und Architektur. Seine Bilder gleichen inneren Landschaften, in welchen verschiedene Zeiten, Orte, Menschen in unterschiedlichen Perspektiven zusammentreffen. Die Bilder seines Frühwerks sind dunkeltonig und schwer. Ein dicker Farbauftrag zeichnet seine Ölgemälde aus. Der Farbauftrag wurde zusehends heller, leichter und flüssiger. Zeitlebens war es Mahrers Anliegen, die zähe, schwere Materie der Ölfarbe in eine aquarellartige Leichtigkeit zu transformieren. Er arbeitete auch mit Aquarellfarben und Tusche und widmete sich der Zeichnung. Ein wichtiger Bestandteil seines Werkes besteht aus Porträts von Menschen mit interessanten Biografien. In seinen Bildwelten versuchte er, nicht bloss das Abbild des Porträtierten zu zeigen, sondern gleichzeitig dessen Wesen und Schaffen miteinzubeziehen. Das Porträt des Baselbieter Regierungsrats Paul Jenni, das Mahrer im Auftrag der Regierung gemalt hatte, löste eine heftige kulturpolitische Debatte aus und wurde zurückgewiesen. Schliesslich wurde es vom Stadthalteramt Arlesheim angekauft. Mahrer malte unter anderem auch ein Porträt von Paul Sacher (Dirigent und Mäzen).
Mahrer erhielt verschiedene Stipendien und Anerkennungen. Seit 1958 wurden seine Gemälde im Rahmen der Weihnachtsausstellung der Kunsthalle Basel gezeigt. Einige seiner Werke befinden sich im Besitz des Kunstmuseums Basel. Er war von 1963 bis 1975 Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler und Bildhauer (GSMBA). Mahrer lebte mit seiner Familie anfänglich in Basel, danach in Oberwil. Die letzten fünfundzwanzig Jahre seines Lebens wohnte er in der Ermitage in Arlesheim.
Autorin: Isabel Koellreuter
Auszug aus https://personenlexikon.bl.ch/Helmuth_Mahrer